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Kapitel 12 - Lalita Silberhorn

Nachdem Càel in Donnerfels  ankam war er erst einmal beeindruckt.  Große Tauren mit mächtigen Hörnern  und gewaltigen Waffen die in luftiger Höhe  ihrem Tagewerk nachgingen  sah man nicht allzu oft wenn man aus Silbermond  stammt. ln dem großen Totempfahl wo sich der Flugmeister  befand hatte man einen grandiosen Überblick  über Donnerfels.

Eine Wache wies Càel den Weg  in das nächste Gasthaus, interessant war auch das die Tauren weniger Vorurteile gegenüber  einem Todesritter hatten. Kaum einer beachtete ihn oder verzog  das Gesicht wenn er an ihm vorbeiging.  ln Ogrimmar  oder Silbermond  war das ganz anderes. Ständige Blicke  und teilweise böse Worte waren dort nichts Seltenes. Daher beschloss  Càel auch das er ein paar Tage länger bleiben wollte.

Nach einem kurzen Marsch  kam er bei dem Gasthaus an. Der Gastwirt wollte ein paar Silberstücke  für die nächsten Tage habe. Auch der Gastwirt  hatte keine Vorurteile  ihm gegenüber und wies ihm sein Zimmer oder besser gesagt  sein Bett zu.

Da er schon seit Stunden unterwegs war und recht müde war, legte er sich gleich ins Bett.  Allerdings konnte er nicht einfach  einschlafen, dazu hatte er zu viel an diesem Tag erlebt. Das war sicherlich einer der Nachteile wenn man nur durch Arthas ,,versklavt" worden war und nicht wie einige andere  der Todesritter die direkt  von den Toten wiedererweckt  worden waren, denn diese brauchte  gar kein Schlaf. Càel hingegen  bekam Ner'zog  eine Dämonische Präsents die sich in seinen Gedanken breit machte, ihn  im Geiste quälte und seinen Körper  kontrollierte. Es war  für die Geisel  einfacher  die lebenden  Körper zu ,,besetzen",  denn viele der Gefallenen  die dann wiedererweckten  wurden, hatten Knochenbrüche  oder andere Leiden die durch das Untote dar sein einfach nicht mehr ausheilen konnten.

So lag er nun auf dem einfachen Bett und schaute  aus der Öffnung im ersten Stock, er sah Vögel die miteinander  spielten und einen eigenen Tanz aufführten. Er roch das Gras was hier  in Donnerfels  überall zu finden war und hörte die Tauren  die trotz ihrer gewaltigen Größe verhältnismäßig  leise ihrem tun nachgingen.  Auch hörte er ein paar kleine Taurenkinder die miteinander  spielten und nach den Geräuschen nach zu urteilen  fangen spielten. Ganz in der Ferne hörte er noch einen Schmied  der gleichmäßig seinen Hammer  fallen  ließ um ein Stück Metall  in Form zu bringen. All diese eindrücke ließen Càel in den Schlaf  fallen und er träumte etwas was ihm an nächsten Tag zu denken geben würde.

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Mächtige  Trommeln klangen  in der Ferne und spielen  dabei ihr Lied, ein Lied was die Truppen der Allianz, den Verrätern  das Blut  in den Adern gefrieren ließ. Das Trommeln war  immer zu hören wenn die Horde zum Kampf  rief und die Truppen anfeuerte. Der Kommandant  der Allianzstreitkräfte  rief zur Ordnung,  aber viele der jüngeren Menschen und Gnome  zitterten in ihren Rüstungen. Die wenigen Nachtelfen  die älter waren als sie aussahen und die Zwerge  hatten weniger Angst und blickten  stumm und grimmig  dem Horizont  entgegen.

Bumm, bumm, bum-bum  erklang es rhythmisch  hinter der Kuppe.

Auf der Seite der Horde bellte ein General  der Horde wilde Befehle  und  feuerte seine Krieger an. ,,Heute werden wir der Allianz das fürchten  lehren und schon heute Abend werden wir ihr Blut trinken und die Herzen  fressen!" hörte man  jemanden Rufen.  Das Heer der Horde bestand  aus. Orks die mit dem Takt der Trommeln auf ihre Schilde hämmerten,  die grünen Krieger  sahen wild aus und hatten  teilweise Ziernarben  an den Armen. Der Rest war stark gepanzert.  Trolle die bereits ihre Bögen und Axte bereithielten  standen mit krummen Rücken  und  langen Hauern bereit um zu Kämpfen,  viele hatten Knochen  in einer Kette um den Hals gelegt oder sie trugen Knochen  und Zähne anderer  als Körperschmuck. Untote die alleine  schon mit ihrer Anwesenheit Schrecken  verbreiteten, bereiteten  Gifte und Katapulte  vor. Blutelfen  die in einer sauberen Formation  standen und ausdruckslos ihre Waffen bereithielten  warteten auf den Befehl  loszustürmen und der Allianz den Tod durch Magie und Stahl zu bringen. Die Tauren mit ihren  riesigen Waffen die teilweise große Axte und überdimensionale Schwerter warteten schnaubend auf den Kampf. Einige der Tauren hatte auch die Traditionelle Waffe der Tauren, ein großer Stamm  der mit Stahl bewehrt war. Abseits stand Càel, alleine, in seiner Rüstung  und ein Runenschwert  in der Hand, am Waldesrand, beide Armeen  im Blick. Ein Taure sah ihn und hob die Hand um  ihn heran zu winken. Wie von alleine  schritt Càel auf den Tauren  zu, die Trommeln wurden  lauter und sein Blut kochte mehr und mehr. Die Truppen der Horde machten Platz und Càel stellte sich in reih und Glied, vergessen waren die Vorurteile, vergessen die Abscheu. Hier zählte nur sein Schwert und wie viele Allianzer durch dieses den Tod  finden würden.

Bum-bum,  bum-bum-bum, bum der Takt wurde schneller und  trieb den Blutrausch  in die Adern. Gleich würde der Befehl zum Angriff kommen!

Càel's Hand spannte  sich um den Knauf seines Runenschwertes,  sein Atem ging schwerer,  auf seiner Rüstung  glommen  schwach  einige Runen auf und die Unheilige Magie brodelte  als würde Sie auf ein Ziel warten.

Ein Schrei hallte das Schlachtfeld und der Kriegslärm  brach aus! Kodos, die Reittiere der Tauren setzten  sich mit einer erstaunlicher Beweglichkeit  nach vorne und der Boden bebte unter den Hufen. Orks schrien ihre Kampfschreie und  feuerten andere an. Hinter der Armee der Horde bildete  sich eine Staubwolke und begleitete  sie wie ein gefräßiges Ungeheuer.  Unter den Füßen wurden Fetzen vom Gras nach hinten geschleudert. Dann schossen  die Katapulte  von Silvanas Truppen und brachten  grün, ätzende Flüssigkeit  über die Allianz und einige  schrien ihre Schmerzen hinaus. Die Nachtelfen  schossen Pfeile  in die anstürmende Horde,  brachten  aber nur wenige  zu fall.

Dann trafen die Truppen auf einander...

Knochen  knackten, Blut spritze  und vermengte sich mit dem grünen Gras. Der Boden verwandelte sich von einer grünen Wiese  in ein Blutrotes  Schlammloch. Es stank nach Blut, Angst und Exkrementen. ln Càel's Ohren rauschte  das Blut und seine mattblau  schimmernden Runen auf seiner Rüstung  und Schwert waren bedeckt  von Hautfetzen. Der Kommandant  der Truppe war Kampfunfähig  und Càel rief seinen Kameraden  zu was sie tun sollten, sie hörten! Wenn das Dasein als Todesritter etwas gebracht hatte, dann war es die Fähigkeit  Truppen  zu führen. Allerdings hatte er es nie für möglich gehalten das eine lebende  Seele auf ihn hören würde. Nein, er hatte noch nicht einmal  daran gedacht!

Nach scheinbar endlosen Stunden war der Kampf vorbei und mitten auf dem Schlachtfeld  ergab sich ein Mensch  gerade nur um kurze Zeit später eine Klinge durch sein Oberkörper  gebohrt  zu bekommen. Mit einem schmatzenden Geräusch zog Càel die Klinge aus dem erschlafften Körper. Er schaute  sich um und bemerkte das der Rest der Allianz floh oder  tot auf dem Felde lagen. Er sank auf die Knie und stützte sich schwer atmend  auf sein Schwert.

Nach ein paar Minuten  der Ruhe befestigte  der Todesritter sein Schwert  auf seinem Rücken  und ging zu einem verletzen Ork der am Boden lag und  legte seinen Arm um seinen Hals, damit er ihn stützen konnte. Glücklicherweise  eilte bereits eine junge Priesterin  auf ihn zu und  lachte.... lachte? Wie konnte man jetzt nur lachen?

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Càel wachte auf!

Das Lachen war nicht von einer jungen Priesterin  zu hören, sondern  von kleinen Taurenmädchen die irgendwo außerhalb des Gasthauses  tollten.

Noch ganz verwirrt von den Folgen der Nacht saß er nun auf der Bettkante  und starrte aus der Öffnung  am anderen Ende des Hauses. War es wirklich nur ein Traum? Er war so... so echt! Er entschloss sich nur  leichte Rüstung  zu tragen, soweit man von Plattenrüstung  von ,,leicht" sprechen konnte. Eigentlich bestand  es lediglich darin das er sein Schwert, Helm, Armschienen, Schulterpanzerung und Handschuhe  nicht anzog. Der Brustpanzer,  die Beinpanzerung und der Wappenrock seiner Familie würden ausreichen.  Allerdings waren so seine kurzen Haare zu sehen. Die Spitzen der Haare waren nach der ,,Konvertierung“ weiß geworden, auch seine Augen hatten nicht das leuchtende  grün seiner Rasse, sondern wurden nun durch ein kaltes strahlendes Weißblau ersetzt. Das würde  ihn auf alle Fälle als einen ehemaligen Diener Arthas zu erkennen geben.

Nach einer knappen Mahlzeit ging er nach draußen und genoss die Wärme auf seiner Haut, in Donnerfels wehte ein frischer, aber nicht unangenehmer Wind.

Unweit vom Gasthaus ließ er sich nieder, gleich neben einem kleinen Teich und beobachtete die tollenden Taurenkinder. Sie waren so unbeschwert und frei wie man es als Kind nur sein konnte.

Plötzlich tippte Càel jemand an! Er drehte sich um und schaute einem kleinen Taurenmädchen direkt in die Augen. „Duhu? Bist du einer der toten Soldaten die man in den Geschichten hört?“. Càel musste etwas schmunzeln als er so genannt wurde. Ruhig sprach er um das kleine Mädchen nicht allzu sehr zu erschrecken, denn seit seiner Umwandlung hatte seine Stimme steht’s etwas grollendes. „Ja, ich bin ein Todesritter! Aber nicht tot meine kleine!“. „Aber Papa sagt ihr seid alle tot!“ sprach das Mädchen und zog dabei eine kleine Schnute.  „Hier…“ Càel reichte ihr seine Hand „fass sie an und sag ob du Wärme spürst!“. Das Mädchen nahm die Hand und machte ein erstauntes Gesicht. „Früher  war es so in der Tat was dein Papa sagte, aber vieles hat sich verändert und ich bin froh das ich noch lebe.“ antwortete er.

„Tut dem Mädchen ja nichts an!“ hörte man eine weibliche Stimme und Càel spürte ein Ende des Kampfstabs in seinem Rücken. „Kein Sorge! Ich bin nicht darauf aus irgendjemanden Schmerzen zuzufügen solange sie nicht meine Feinde sind!“ sagte er während er sich umdrehte und unmerklich Unheilge Magien ansammelte. „Dann ist ja gut! Es würde euch auch nicht gut tun!“ sprach sie. Càel betrachtete sie und sah eine Mittelgroße Taurin mit einem harten Blick. Auf ihrem Kopf waren zwei Silbrige Hörne die leicht geschwungen abstanden. Sie hatte eine traditionelle Rüstung an die sie klar als Druide identifizierte und in ihrer Hand befand sich ein reich verzierter Kampfstab.

Càel nickt leicht und sagte: „Darf ich mich vorstellen? Ich bin Càel Sonnenläufer aus dem Hause der Sonnenläufer und ehemaliger Diener Arthas der nun nach sich und seiner Bestimmung sucht. „. Abschätzig schaute die Taurin ihn an bevor sie antwortete. „Ich bin Lalita Silberhorn, Druidin des Cenarius!“ sagte sie schließlich knapp und verwies mit der Hand auf den Platz wo Càel zuvor gesessen hat und die Fragen des kleinen Mädchens beantwortet hatte.

Sie setzte sich neben ihm und Sie fingen sich an zu unterhalten. Dabei stellte sich heraus das die beiden scheinbar nach etwas suchten und nach einigen Stunden als die Sonne bereits am untergehen war erzählte Càel von seinem eigenartigen Traum und Lalita hörte dem aufmerksam zu…

 
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